Beim Barte des Propheten

Beim Barte des Propheten

Was kümmert uns Afghanistan? Weit weg, irgendwo in den Weiten Asiens. Uns so fremd wie Aliens von einem andern Stern. Frauen unter Sacktüchern, Männer in Pluderhosen, Turban und AK-47. Dazu die schrecklichen Bilder am Fernseher, die Meldungen über Terror, Tod und Gräueltaten. Dabei hätten wir selber genug Sorgen. Corona, Klima, lausiger Sommer. Und doch lassen uns die Bilder nicht los. Beim Barte des Propheten – der Versuch, die Dinge zu orten.

In nur zwei Wochen zurück ins Mittelalter. Man reibt sich die Augen und sitzt ungläubig vor der Glotze. Bilder aus einer längst tot geglaubten Zeit laufen über den Bildschirm. Zum Unglauben mischt sich Ohnmacht und zu dieser gesellt sich Entsetzen. Wie ist so etwas möglich? Es fühlt sich an, als würde eine ganze Ära geschreddert. Alles an was „man“ glaubte, löst sich auf und macht Platz für eine diffuse Angst. Am Horizont erscheint ein neues dunkles Zeitalter. Die bärtigen Koranschüler vom Hindukusch wecken tiefste Ängste und erinnern an abgehackte Hände, gesteinigte Frauen und baumelnde Leichen an Laternenmasten. Alles wofür sie stehen, Frauenverachtung, Gräuel und Tod, kehrt uns den Magen. Angewidert wendet man sich ab wünscht sich der Albtraum fände ein Ende. Leider hat dieser aber erst begonnen.

Clever sind sie – zumindest ihre bärtigen Führer. Mutig auch – auf jeden Fall die armen ungebildeten Kerle aus den ausgedorrten Tälern des Nori Shah und des Koh-i-Baba. Wie sonst hätten sie es geschafft in nur 2 Wochen das ganze Land zu kidnappen? Das Tempo mit dem sie das Land überrannt haben lässt deshalb nur einen Schluss zu: Sie waren nie weg und immer mitten in den Dörfern und Städten – wenn nicht physisch, so doch als „Meme“ (tief verwurzelt in den Köpfen und der Kultur des Landes). Nicht umsonst machten sie sich das arabische Sprichwort, „Ihr habt die Uhren, wir die Zeit“ zu eigen. Ideen gedeihen mit der Zeit, wenn sie auf fruchtbaren Boden fallen. Und dieser ist und war fruchtbar für die „Gotteskrieger“. Armut, Hoffnungslosigkeit, kaum Bildung und eine korrupte, geldgierige Elite, Warlords und Drogenhändler, liefern dazu den Dünger. Und nun steht Afghanistan als Symbol und Mahnmal für das Scheitern. Das des westlichen Denkens, der westlichen Politik, der Menschenrechte, der Aufklärung und für den Sieg der Arroganz und Ignoranz. Ein Debakel mit Ansage, das angeblich niemand kommen sah. Wie blind und ideologisch verblendet kann man eigentlich sein? Einzig die Vorstellung, dass das von all den hochintelligenten Geheimdiensten niemand voraussah, ängstigt mich noch mehr. Das hiesse nämlich, dass wir es an den Schaltstellen der Macht, mit absoluten Dilettanten oder schamlosen Lügnern zu tun haben. Ich vermute beides. Klarer ist dafür, wer für dieses Versagen den Preis bezahlt – andere. Die afghanischen Frauen als erste, die kleine Bildungselite, das ganze afghanische Volk, welches um Jahrzehnte zurückgeworfen wird, die umliegenden Länder, in welche viele flüchten werden und selbstverständlich wir (der sog. Westen), der nun mit abgesägten Hosen im Regen steht. Doch Halt! Ist das etwa neu? Überraschend? Und was hat das mit uns zu tun? Solange wir hier und die dort sind, – ist die Welt doch in Ordnung. Wirklich?

Götterdämmerung

Das Jammern und lamentieren der westlichen Politiker:innen und Verantwortungsträger ist herzzerreissend. Ihr Versagen kolossal, ihre Scham marginal. Nicht mal die chaotische Schadensbegrenzung mag die Schande zu mindern. Das Vertrauen in die politische Führung ist dahin. Flächendeckend – von Berlin bis Washington und London bis Canberra. Beifall klatschen dafür Islamisten, Terroristen und die Pragmatiker in Beijing. Ihnen winken Macht und Profite. Ihnen erschliessen sich neue Pfründe. Es winken Seltene Erden, Kupfer, Lithium und Erdöl. Ein Bombengeschäft – fast umsonst, wenn man die Geflüchteten und Toten, die verhöhnten Menschenrechte und das Elend der Afghan:innen als unvermeidbaren Kollateralschaden abbucht. Was zynische Politiker und Geostrategen gerade tun. Die Sorgenfalten gelten eher den drohenden Flüchtlingsströmen – den „Strömen“ natürlich, nicht den Geflohenen. Leider aber ist es nicht nur eine Götterdämmerung der westlichen Hegemonialansprüche, es markiert ebenso das Ende vieler uns liebgewordener Gewissheiten. Die Gewissheit, dass Menschenrechte irgend jemand schützen, die Gewissheit, dass die Wahrheit über die Lüge siegt, die Gewissheit, dass wir von kompetentem „Personal“ regiert werden und nicht zuletzt der Gewissheit, dass Probleme mit Sachverstand und Vernunft angegangen und gelöst werden. Makulatur! Entsorgt in der Gerümpelkammer der Illusionen. So sicher wie das Amen in der Kirche ist dafür das Erstarken des islamischen Terrorismus, der nun wieder eine Heimat hat, das Verschwinden der Frauen aus der Öffentlichkeit Afghanistans und der Aufstieg rechter Hetzer quer durch Europa und die Staaten. Während in Kabul verzweifelte Mütter ihre Babys über Stacheldrahtzäune werfen und sich Menschen in Panik an Flugzeuge klammern und in den Tod stürzen, verkünden diese bar jeder Scham, wir hätten es hier mit Vergwaltigern und Bombenlegern zu tun und hätten keinerlei Anlass diesen Menschen zu helfen. So wie das Vertrauen in die politische Führung zerbröselt, dienen sich diese Menschenverachter als Retter der Nation und der weissen Rasse an. Wers nicht glaubt lese hier Roger Köppel ($VP) in watson von heute, Donnerstag den 19.8.2021. Drei gut gefüllte Kühlschränke reichen nicht, für das was ich kotzen könnte. Und wer meint, dies wäre der Gipfel der Menschenverachtung und Erbärmlichkeit, werfe einen Blick über die Grenzen. Statt Verantwortung für das selbst verursachte Debakel zu übernehmen, üben sich die Politiker der Natoländer in mea culpa und machen auf Schadensbegrenzung. Selbstverständlich nicht für die Opfer ihres Tuns, sondern für sich selber. Panisch versichern sie ihrem staunenden Wahlvolk, dass sie ein zweites 2015 zu verhindern wissen. Anders gesagt: Sie stehlen sich aus der Verantwortung. AfD, $VP und die Retter eines arischen Europa von Wien bis Budapest bringen sich schon mal in Position. Es gibt verängstigte Wählerstimmen zu ernten. Die Taliban sind mitten unter uns. Wer dachte, diese versteckten sich in den Höhlen des Hindukusch, sieht sie plötzlich in der Arena, der Tagesschau und an den Parteitagen der $VP. Der gleiche mittelalterliche Schwachsinn, der gleiche Hass auf die „Gstudierten“, das städtische, aufgeklärte Leben. Die gleichen verlogenen Mythen des gesunden, hart arbeitenden Landvolkes. Ob Aeschi, Glarner, Bircher, Köppel und Chiesa auch eine Koranschule besucht haben? Was fehlt ist einzig der Bart, aber der kann ja noch wachsen.

Was sie alle verschweigen ist das kollektive Totalversagen der gesamten verlogenen Hegemonialpolitik des Westens seit dem 2. Weltkrieg. Von Vietnam über den Irak, Syrien, Lybien bis Afghanistan – Debakel über Debakel. Verschwiegen auch die guten Geschäfte mit den Saudis, Kataris, Scheichs und Mullahs am Golf. Statt Demokratie und Menschenrechte, wie vollmundig verkündet – Armut, Despotie, abgehackte Hände und Leichenberge. Auch nicht gesprochen wird von der Ignoranz und Borniertheit, mit der geplant und gehandelt wird. Statt auf Kenner der Verhältnisse, die Wissenschaft und Fachleute zu hören, wird in den Hinterzimmern, fernab der Wirklichkeit, um Einfluss und Macht gepokert. Es erinnert krass an Pipi Langstrumpfs kindliches Gemüt, allerdings um 180 Grad gedreht: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Nur blöd, weiss diese nichts davon. Und damit wären wir bei des Pudels Kern. Der Triumph des Irrationalen! So wie man die Klimakrise mit verleugnen und Greenwashing „bekämpft“ und Corona mit lavieren, verleugnet man rund um den Globus Realitäten, verhöhnt die Wissenschaft und lügt sich die Hucke voll. Trump hat’s vorgemacht. Seine Nachahmer sind zahlreich. Wenn die Probleme zu gross werden, greift die „Elite“ zu den altbewährten Keulen: Aberglaube, Religion und Schwert. Das Zeitalter der Taliban ist angebrochen. Zeit sich einen Bart wachsen zu lassen. Pech für die Frauen.

05.03.2021: Entfesselt

ACHTUNG: Der nachfolgende Text basiert auf Hörensagen und kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. Lesen auf eigene Verantwortung und Gefahr. Der Verfasser lehnt jede Verantwortung ab. Sonst fragen sie ihren Arzt oder ihre:n Apotheker:in.

Vergangene Woche fand – von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – die G19 statt. Die Konferenz der Gruppe der 19 grössten Autophilen. Einer unter diesem Namen kaum bekannten Zusammenrottung fundamentalistischer Sekten, profitgeiler Egomanen. Wie die ebenso öffentlichkeitsscheue Bilderberg-Konferenz der Reichen und noch Reicheren (in Insiderkreisen auch als Lenkungsausschuss der G7 bekannt) versteht sich die G19 als selbstermächtigte Elite mit missionarischem Auftrag. Überlappungen mit den Bilderbergern wären daher weder überraschend noch zufällig. Gerüchten zufolge fand die Tagung in einem geheimen Bunker, unweit des Pfannenstiels, statt. In einem mit Anker- und Hodler-Bildern (der Holzfäller) dekorierten Konferenzraum, bei einem Glas Räuschling der Kellerei Lindentröpfli aus Laufen-Uhwiesen, sowie Häppchen aus dem „Haus der Freiheit“ , wurde – immer laut unseres anonymen Informanten – der mörderischen Diktatur den Krieg erklärt. Diese soll angeblich von einen coronasozialistischen Diktator, unter dem Vorwand einer angeblichen Pandemie, in der Schweiz errichtet worden sein. In einem detaillierten Aktionsplan soll diesem Sozialismus allgemein, dem Bundesrat im besonderen und der Wissenschaft im speziellen, der Garaus gemacht werden. Allfällige Kollateralschäden, wie das Ende der Aufklärung, der Meinungsfreiheit oder der Demokratie, werden nicht nur in Kauf genommen, sie sind gewollt. So lasst uns also hören, was die erlauchte Runde verhandelt und beschlossen hat. Aus Gründen der Diskretion und um unseren Informanten nicht zu gefährden, haben wir Personen und Orte anonymisiert – sind der Redaktion aber bekannt.

Die diesjährige Tagung stand ganz im Zeichen der Befreiung. Frei von allem quasi, dass der freien Entfaltung des profitstrebenden Individuums im Wege steht. Namentlich wird (Corona)Sozialisten, faulen (Corona)Sozialhilfeschmarotzern, der Wissenschaft und sämtlichen staatlichen Institutionen, die ausser Geld auch noch Geld kosten, der Kampf angesagt. Auch der zu bekämpfende Sündenbock war schnell gefunden. Es ist, wie könnte es anders sein, ein Roter aus dem Fribourgerland. Dieser ist – immer gemäss den weisen Worten des grossen G19-Vorsitzenden – an allem schuld. Am Virus, der Pandemie, den geschlossenen Terrassen und dem Wählerschwund der eigenen Sekte. Unhaltbare Zustände also. Taten sind gefragt und wurden beschlossen.

Leider sind die einzelnen Voten der Tagungsteilnehmer nicht bekannt. Unser Informant verlor den Zutrittsbatch. Immerhin aber liegt ihm der (streng geheime) Aktionsplan vor, den ihm die serbische Putzfrau aus dem Mülleimer fischte. Überschrieben ist dieser mit „Entfesselung“. Genannt werden darin 3 Ziele. Die Rückkehr zur Aristokratie mit einem Sünnelikönig als Alleinherrscher – Alchemie, Wünschelruten und Kristallkugeln anstelle kritischer Wissenschaftler – und drittens die Huldigung, bzw. Heiligsprechung des Profitstrebens. Um die Öffentlichkeit nicht allzu sehr zu erschrecken, läuft der Plan unter dem Label „Schluss mit dem Lockdown – öffnet die Spunten am 22. März – Nieder mit der Diktatur!“ Verantwortlich zeichnet niemand. Genannt werden aber verschiedene Akteure und ein Netzwerk von Verbündeten.

Als erstes soll der Heilige Zorn der lockdown-gebeutelten Wirte entfesselt werden. Steuerstreiks, offene Terrassen und eine kalte Suppe löffelnde Büezer werden darin ausdrücklich erwähnt. Ebenso Online-Petitionen und dümmliche 20-Minuten Artikel. Die Speerspitze im Kampf gegen Diktatur und Diktator aber übernimmt das Politbüro der Sekte persönlich, sekundiert von rückgratlosen Trittbrettfahrern, ohne eigenes Profil (namentlich genannt werden Politiker:innen wirtschaftsnaher Strippenzieher). Dem Propaganda-Ministerium obliegt die Dämonisierung der Diktatur, den Verbündeten die Entmachtung der Wissenschaft und dem Fussvolk das Auskotzen in den Sozialen Medien. Wobei Letztere angehalten sind, die Verlautbarungen ihrer Sektenführer mit Dreck aller Art zu bereichern. Der Sturm aufs Capitol (aka Bundeshaus) ist vorerst den Parteisoldaten und ihren Rucksackträgern vorbehalten.

Wer’s nicht glaubt, der lese die Zeitung und schaue fern. Eben stimmten 97 Nationalräte einem Aufruf für die Entmachtung des Bundesrates zu. Die Pandemie soll per Gesetz am 22. März für beendet erklärt werden. Das „Volk“ ist angeblich lockdownmüde. Die wissenschaftliche Taskforce soll vorsorglich stumm geschaltet werden. Ein Wurstfachmann EFZ aus dem Rheintal möchte den Gesundheitsminister auch gleich impeachen und Schuld an allem hat sowieso die Ratslinke. Diese möchte die gebeutelten Pandemieopfer nämlich nicht nur finanziell unterstützen, sondern präsentiert dummerweise auch noch praktikable Lösungen und übernimmt sogar Verantwortung. Es riecht nach Sozialismus und Staatsterror! Die G19 (Parallelen zur Geheimarmee P26 sind rein zufällig) ruft DEFCON 1 (Alarmstufe Rot) aus!

Die „Volksherrschaft“ liegt nach eigenen Worten, zum greifen nah und der Sünnelikönig fühlt sich berufen die schwere Last des Amtes zu schultern. Auch die Nachfolge ist schon geregelt – es ist ein Prinz. Er kommt aus dem Hause Ems und ist als Prinzessin gewandet. Universitäten und ETH werden geschlossen. An ihre Stelle tritt Harry Potters Zauberschule und Trudi Gerster. Einfalt ersetzt Vielfalt und die Weltwoche wird Pflichtlektüre, die, wohl ihrem Vorbild nacheifernd, in „Stürmer“ umbenannt wird. Das Parlament erhält einen Schnellkurs im Klatschen (gem. handschriftlicher Randnotiz dient ein Video des nationalen chinesischen Volkskongresses zu Schulungszwecken) Ausserdem erhalten die Delegierten das Handbuch „The Seven Thinking Steps“. Frauen wird eine Karriere als Cheerleader nahegelegt oder aber der Küchendienst. Mit der endgültigen Entfesselung des neoliberal-nationalistischen Traums, steht dem unendlichen Profit der G19-Mitglieder nichts mehr im Wege. Ein Sieg wird vorausgesetzt, da weitere Krisen (wie z. B. die Klimakatastrophe) zu befürchten sind. Ein Scheitern wird ausgeschossen – auch Trump hat die Wahlen schliesslich gewonnen.

Deshalb: Lang lebe der Sünnelikönig – hoch lebe der Profit – nieder mit der Aufklärung – Tod der Corona-Diktatur! Freie Sicht aufs Mittelmeer!

PS: Der 3. März wird zum Feiertag erklärt und als „Bullshitday“ gefeiert werden.

06.09.2019: Oh Herr, ich habe gesündigt…

Wir alle sind „Sünder“ und kommen in die Hölle. Ohne die Gnade des „Herrn“ sind wir verloren.

So oder ähnlich tönt es allzu oft, wenn über die Klimabewegung berichtet wird. Natürlich wird das so nicht explizit gesagt. Aber was anderes bedeuten Schlagzeilen und Berichte wie: „Flugscham – dürfen wir noch nach Mallorca in die Ferien fliegen?“, „Mein Fleischkonsum lässt den Amazonas brennen“ oder „Das Bevölkerungswachstum ist schuld an der Klimakrise“. Die Liste kann beliebig verlängert werden.

Der Grundtenor in den Medien ist fast einheitlich: Wir ALLE sind schuld am Klimawandel. Verzichte aufs Fliegen, dein Auto, Fleisch und all die schönen Dinge im Leben – am besten auch gleich auf eigene Kinder.

Wenn man („man“ will ich noch genauer definieren) will, dass garantiert nichts passiert, wenn man nichts verändern will und alles so bleiben soll, wie es ist, muss man genau so argumentieren! Frei nach dem Motto: ALLE sind NIEMAND!

ALLE sind nie verantwortlich, denn ALLE weder einen Absender noch eine Adresse. ALLE haben kein Telefon und keine eMail, kein Whatsup und kein Twitter. ALLE versteckt sich hinter jedem und ALLE hat kein Gesicht.

Wer aber entscheidet wo Kleider genäht werden. Was dort für Löhne bezahlt werden? Wer entscheidet darüber, welchen Treibstoff die Containerschiffe tanken (Schweröl)? Wer bestimmt über die Arte der Energieproduktion, über den Abbau von Braunkohle, den Einbau von Filtern in Kohlekraftwerken? Wer entscheidet wo, was, wieviel investiert wird? Wer entscheidet über den Preis des Fleisches, mit was die Tiere gefüttert werden, wie sie gehalten werden, der Boden bearbeitet wird und was darauf angebaut wird? Wer verkauft den Bauern Petizide, Herbizide, Fungizide? Wer erlässt Vorschriften zum Hausbau, Heizungen, Lüftungen etc.? Auch hier ist die Liste endlos…

Nein, nicht du und ich. Es sind sog. Entscheidungsträger die das alles tun. Männer und Frauen mit Geld und Einfluss. Männer und Frauen in Politik und Wirtschaft. Menschen und Institutionen mit Macht und (vor allem) Geld! An ihnen liegt es die notwendigen Änderungen anzustossen und umzusetzen. Sie haben Namen, Adressen, ein Gesicht und eine Telefonnummer. Sie gilt es in die Verantwortung zu nehmen.

Wir als Bürger*innen, Konsument*innen und Wähler*innen können zwar Einfluss nehmen; z.B. indem wir Politiker*innen wählen, die Missstände zu beheben versuchen, oder Firmen meiden, die bekannt sind für ihr asoziales und umweltschädigendes Verhalten – aber wir sind nicht diejenigen, die entscheiden.

Also stellen wir FORDERUNGEN an Politik, Wirtschaft und Investoren und machen solange Druck, bis die Verentwortungsträger*innen handeln!

Ein guter Anfang wäre z.B. die Unterstützung des Klimablatts der Klimajungend. Das Klimablatt soll vor den National- und Ständeratswahlen am 20.10.19, an alle Schweizer Haushalte verschickt werden und sie über den aktuellen Stand der Klimaforschung informieren und Politiker*innen empfehlen, die sich für die Ziele der Klimastreikbewegung einsetzen. Jeder Rappen zählt! Klimablatt